r(H)einreden® – Stimmhygiene – #06

Hallo und herzlich Willkommen zur sechsten Episode meines Podcasts, willkommen beim r(H)einreden®!

Heute geht es im Schwerpunkt um ein Thema, das vor allem für Trainer in der Gruppenarbeit von Interesse ist. An den letzten beiden Wochenenden habe ich zusammen mit fünf wunderbaren Kollegen knapp 200 Trainer in Einzelworkshops auf ein neues Konzept eingeschworen. 45-Minuten-Einheiten mit fünf Minuten Wechselphase, das war für mich stimmlich herausfordernd. Darüber hinaus durfte ich die An- und Abmoderation  aktiv gestalten.

Wie schonst Du Deine Stimme? Hast Du besondere Tricks, Tipps und Kniffe? Ich durfte bei einer Sprechtherapeutin der Firma ProLog aus Köln hilfreiche Techniken zum bewussten Einsatz der Stimme erlernen. Einige davon möchte ich Dir heute gerne präsentieren. Dabei ist es mir wichtig zu betonen, dass ich kein Arzt und auch kein Logotherapeut bin. Meine Erfahrungswerte möchte ich hier einfach mit dir teilen. Es gibt natürlich noch weitaus mehr Techniken und Methoden. Allerdings halte ich es gerne kurz und simple – deshalb hier nur die Methoden, die ich auch selber anwende.

Gerade zum Ende eines Tages hin ist die Stimme angeschlagen und belegt. Auf Grafenwerth kommt das eher nicht vor, da ich hier ja meine Beratung in der frischen Luft und zu angenehmen Temperaturen anbiete. Was tust Du denn bei belegten Stimmbändern? Klaro, wie viele andere auch wirst Du Dich räuspern, richtig? Das ist aber genau die falsche Methode, wie ich gelernt habe.

Hier eine kleine Metapher zum Räuspern:
Jetzt im Januar sind die Straßen mit Schnee bedeckt. Um den Schnee vom Gehweg zu befreien solltest Du das richtige Werkzeug nutzen.  Sind Deine Stimmbänder auch belegt und Du reagierst mit Räuspern, dann ist das in etwa damit vergleichbar, dass Du den Schnee zusammen mit der ersten Betonschicht abkratzt.

Wenn Du stattdessen ein bis zweimal kräftig hustest, dann wedelst Du quasi den Schnee von der Straße – die Stimmbänder sind wieder frei und der Beton der Straßenoberfläche bleibt intakt. Probiere es einfach mal aus, es wirkt besser.

Vorbeugen ist aber besser als akut heilen zu müssen. Deshalb hier drei Vorschläge, wie Du Deine Stimme vorbereiten kannst:

  • Sprechmuskulatur aufwärmen
    Grinse übertrieben breit und spanne so Deine Gesichtsmuskulatur an. Wenn Du danach auch noch Deine Haut am Hals hochziehst, also ein Gesicht ziehst als wäre Dir so gerade noch etwas fast schief gegangen, im Sinne von „… uuuh, das war knapp!“, dann nutzt Du Dein Platisma. Jetzt kannst Du mit Deiner Zunge die Zähne umfahren, ganz genau so wie es die Zahnärzte den Kindern stets empfehlen. Die Reihenfolge lautet: Kaufläche, Aussenseite und Innenseite (KAI). Die Zunge rauszustrecken ist auch eine gute Möglichkeit zur Lockerung.
  • Stimmbänder aufwärmen
    Schließe Deinen Mund und lege Deine Zunge entspannt ab. Ich lege gerne die Zungenspitze gegen die unteren Schneidezähne. Dann solltest Du in einem für Dich tiefen Ton brummen. Ein M-Ton ist hier hilfreich. Später kannst Du den auch zu einem M-Wort entwickeln, wie z.B. Marmelade. Spürst Du wie Deine Lippen vibrieren? Dann ist es genau die richtige Tonlage.

In dem Zusammenhang möchte ich Dir auch LAX VOX® vorstellen.
Dieser Schlauch lässt Deinen kompletten Sprechapparat entspannen. Du nimmst ein Ende in den Mund und legst es auf Deiner Zunge ab. Dann atmest Du – quasi hauchender Weise – aus, bis das Wasser in der Flasche blubbert. Leg bei dieser Ausatmung den eben aufgeführten tiefen „M“-Ton drauf und innerhalb von drei Minuten fühlst Du wie sich Deine Muskulatur entspannt.
Hier ein Video von Ron Williams über LAX VOX®, folge dem Link:

(Ron Williams über LAX VOX®)

  • Zu guter Letzt hilft mir immer eine ausreichende Hydration. Trinke auch während Deiner Vorträge und Workshops immer mal wieder einen Schluck Wasser. Das wirkt wie ein „Einölen“ der Stimmbänder. Eigentlich sollte ich Dir jetzt auch den Tipp geben Kaffee zu meiden. Da ich hier aber ehrlich zu Dir bin, lehne ich persönlich diesen tipp ab. Ich liebe Kaffe und eine akute „Unterkoffeinierung“ ist für mich mindestens genauso unangenehm, wie eine gereizte Stimme. Sorge also dafür, dass Dein Raum auch zwischendurch immer mal quer- oder stoßgelüftet wird. Trockene Luft, Heizungsluft oder im Sommer eine überaktive Klimaanlage, trocknen das Raum- und Dein Mundklima. Wenn Du dann auch noch im Tagungsraum ein Rauchverbot durchsetzen kannst, dann hast Du eine optimale Umgebung für Deinen Sprecheinsatz.

Diese Tipps sind übrigens auch für das Podcasting klasse, wie ich in der Erstellung der letzten Episoden selber gemerkt habe.

Also, probiere es einfach einmal aus. Gerne kannst Du mir auch Deine Erfahrungen kurz mitteilen – via Twitter @rHeinreden.

Lass es Dir gut gehen und vergiss nicht, mit mir kannst Du r(H)einreden®

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